Glücksorte Hamburg

Zuckerwatte und Achterbahn

Das Volksfest „Hamburger Dom“

Dreimal im Jahr, im Frühjahr, im Spätsommer und zu Beginn des Winters, wird das sonst eher trostlos wirkende Heiligengeistfeld am Rande von St. Pauli zu einem bunten, lauten, glücklich machenden Ort: Dann gastiert hier für jeweils vier Wochen das größte norddeutsche Volksfest, der „Hamburger Dom“. Von weithin verkündet dann das Riesenrad, dass es wieder Zeit ist für Zuckerwatte und gebrannte Mandeln, für Kettenkarussell und Achterbahn.

Der Grund dafür, dass der Dom „Dom“ heißt, reicht bis ins Mittelalter zurück, als sich Gaukler und Schausteller bei Regen und Wind im Mariendom in der Hamburger Innenstadt unterstellen durften. Diese Praxis verbot zu Beginn des 14. Jahrhunderts der Hamburger Erzbischof, doch nach heftigen Protesten wurde das Verbot drei Jahre später wieder aufgehoben und der Platz neben dem Dom offiziell zum Standort des städtischen Volksfestes ernannt. Über kurz oder lang wurde für die Hamburger das Wort „Dom“ zum Synonym für ihren Jahrmarkt. 1805 riss die Stadt den baufälligen Mariendom ab, und die weltlichen Attraktionen in seinem Schatten mussten ebenfalls weichen – die Schausteller hatten in der protestantischen Stadt keine allzu große Lobby mehr. Ab sofort bevölkerten sie wieder, wie ein halbes Jahrtausend zuvor, die einzelnen Hamburger Marktplätze wie den Zeughausmarkt oder den Gänsemarkt. Erst 1893 erbarmte sich die Stadt und schuf einen neuen zentralisierten Standort für ein Volksfest – auf dem Heiligengeistfeld. Dass man den Jahrmarkt nach fast 100 Jahren Pause immer noch (beziehungsweise wieder) „Dom“ nannte, und das, obwohl im gleichen Jahr im Stadtteil St. Georg ein neuer Mariendom fertiggestellt wurde, ist ein Beweis dafür, dass das Volksfest zumindest für Teile der Bevölkerung einen höheren Stellenwert besaß als die Kirche.

Bis 1948 fand der Hamburger Dom nur im Winter statt, dann kamen der „Frühlingsdom“ und der „Sommerdom“ hinzu. Doch am schönsten lassen sich gebrannte Mandeln und Schaschlik ohnehin im Winter genießen.


  • Hamburger Dom, Heiligengeistfeld, 20359 Hamburg
  • www.hamburg.de/dom
  • ÖPNV: U3, Haltestelle St. Pauli; Haltestelle Feldstraße


Fahr hin und werd glücklich!

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Beitragsbild © Cornelius Hartz

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